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Was brauchen Marken 2026?

  • Autorenbild: Paul Stolle
    Paul Stolle
  • 4. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Noch mehr Tools, noch mehr Content, noch mehr Automatisierung? Wahrscheinlich nicht. Nach einem Jahr voller KI-Hype, Dauerbeschleunigung und permanenter Überforderung wird etwas anderes wieder spürbar wichtiger: Klarheit. Haltung. Menschlichkeit. Denn wenn alles möglich ist, worauf kommt es dann noch an? 2026 fühlt sich weniger nach Aufbruch an – sondern mehr nach dem Wunsch, endlich wieder Boden unter den Füssen zu haben, um nicht im Rauschen zu verschwinden …


Bildtext: Marken 2026


Die grosse Ernüchterung nach dem KI-Hype


KI kann heute unglaublich viel. Sie kann Texte schreiben, Ideen strukturieren, Prozesse beschleunigen und Probleme lösen, für die früher ganze Teams nötig waren. Das ist beeindruckend. Und ja: Wer diese Werkzeuge ignoriert, wird es schwer haben.


Aber 2025 hat auch etwas anderes gezeigt:

KI löst keine grundlegenden Probleme. Sie überdeckt sie höchstens — und macht sie im Zweifel sichtbarer.

Wenn ein Unternehmen nicht weiss, wofür es steht, wird es durch KI nicht klarer, sondern schneller beliebig. Wenn eine Marke keine Substanz hat, wird sie durch KI nicht glaubwürdiger, sondern austauschbarer.


Vielleicht ist genau das die eigentliche Erkenntnis:

KI ist kein Ersatz fürs Denken. Sie ist ein Verstärker. Und sie verstärkt genau das, was bereits da ist — Klarheit ebenso wie Unsicherheit.

Deshalb ist der entscheidende Schritt nicht: Was können wir automatisieren? Sondern: Was müssen wir vorher selbst denken?



Die Rückkehr des Menschlichen — nicht als Trend, sondern als Notwendigkeit


Nach all der Beschleunigung entsteht etwas Interessantes: Kund:innen, Mitarbeitende und Partner:innen sehnen sich wieder nach dem, was sich nicht skalieren lässt: Persönlichkeit, Haltung, Ehrlichkeit. Nicht perfekt, nicht geschniegelt, sondern nachvollziehbar.

Der Wunsch nach einer neuen Natürlichkeit.

Nicht im Sinne von »Wir tun jetzt so, als wären wir nahbar«, sondern im Sinne von: Wir zeigen uns, wie wir sind. Mit klarer Haltung, mit Ecken und Kanten, mit einer Sprache, die nicht versucht, jedem zu gefallen.

Marken, die 2026 Vertrauen aufbauen, werden das nicht durch Perfektion tun, sondern durch Stimmigkeit. Durch das Gefühl: Die wissen, wer sie sind — und sie spielen keine Rolle.

Diese Natürlichkeit entsteht nicht durch Content-Formate oder Plattformstrategien. Sie entsteht durch innere Klarheit.


Warum Klarheit wichtiger wird als Reichweite


In einer Welt voller Widersprüche braucht es Ambiguitätstoleranz. Dinge dürfen gleichzeitig wahr sein, auch wenn sie sich widersprechen. Wachstum und Verantwortung. Effizienz und Menschlichkeit. Innovation und Bewahren.

Marken, die Unsicherheiten aushalten können, geben Halt. Und Halt ist eine unterschätzte Währung.

Eine klare Marke hilft nicht nur dem Markt, sondern zuerst dem Unternehmen selbst. Sie gibt Orientierung in Entscheidungen, in Krisen, in Veränderungsprozessen. Sie reduziert Reibung, weil nicht jede Frage neu verhandelt werden muss. Oder anders gesagt:

Ohne Klarheit wird alles anstrengend. Mit Klarheit wird vieles einfacher und bewusster.


Substanz statt Inszenierung


2026 wird kein Jahr für laute Marken. Es wird ein Jahr für tragfähige Marken.

Substanz bedeutet dabei nicht Moral oder Perfektion. Substanz bedeutet: Ich weiss, wofür ich antrete. Ich kenne meine Grenzen. Und ich treffe Entscheidungen, die langfristig tragen — nicht nur kurzfristig performen. Das betrifft alles: Angebote, Kommunikation, Zusammenarbeit, Führung, Prozesse.

Marke ist nicht das, was du nach aussen erzählst. Marke ist das, was entsteht, wenn alles zusammenspielt.

Viele Unternehmen spüren intuitiv, dass hier etwas nicht mehr passt. Dass alte Muster nicht mehr greifen. Dass Marketing lauter wird, aber Wirkung verliert. Das ist kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Zeichen.



Mut entsteht aus Klarheit – nicht umgekehrt


Oft höre ich: Uns fehlt der Mut, uns klar zu positionieren. Meine Erfahrung ist genau andersherum. Mut entsteht, wenn Klarheit da ist. Wenn ich weiss, was ich vertreten kann. Wenn ich weiss, welche Diskussionen ich führen will – und welche nicht. Wenn ich weiss, für wen meine Marke da ist und für wen eben nicht. Ohne diese Basis bleibt Mut ein Wunsch. Mit dieser Basis wird er zur logischen Konsequenz.



Was Marken 2026 wirklich brauchen


Nicht mehr Tools. Nicht mehr Content. Nicht mehr Tempo.

Sondern:

  • Klarheit, um Entscheidungen treffen zu können

  • Substanz, um glaubwürdig zu bleiben

  • Natürlichkeit, um Vertrauen aufzubauen

  • Mut, um Haltung zu zeigen

  • Fokus, um nicht überall gleichzeitig zu sein

Das klingt unspektakulär. Ist es auch. Und genau deshalb ist es wirksam.



Wo Markenworkshops ins Spiel kommen


All das entsteht nicht im stillen Kämmerlein und auch nicht in einem Strategiepapier, das danach in der Ablage verschwindet. Klarheit entsteht im Dialog. Durch Fragen, durch Reibung, durch das gemeinsame Aushalten von Unsicherheit.


Deshalb arbeite ich mit Markenworkshops. Nicht, um schnelle Antworten zu liefern, sondern um die richtigen Fragen zu stellen. Nicht, um ein Idealbild zu entwerfen, sondern um den realen Status quo ehrlich anzuschauen. Und daraus eine Richtung zu entwickeln, die trägt.

Ein guter Markenworkshop fühlt sich nicht wie Branding an. Er fühlt sich an wie Aufräumen im Kopf. Und genau das brauchen viele Unternehmen gerade dringender als das nächste Tool.




Mini-FAQ: Typische Vorbehalte – und wie du sie entkräftest


»Wir sind alle erschöpft — ist jetzt wirklich der richtige Moment?«

→ Vielleicht gerade deshalb. Erschöpfung ist oft ein Signal dafür, dass Dinge nicht mehr zusammenpassen. Klarheit spart langfristig Energie.


»Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen.«

→ Dann ist genau das der Anfang. Markenarbeit beginnt nicht mit Antworten, sondern mit ehrlichen Fragen.


»Reicht es nicht, KI sinnvoll einzusetzen?«

→ Nur, wenn vorher klar ist, wofür. Sonst beschleunigt ihr Orientierungslosigkeit.


»Natürlich auftreten klingt nach Verzicht.«

→ Es ist das Gegenteil: Es ist Fokus.


»Wir müssen doch erst sichtbarer werden.«

→ Sichtbarkeit ohne Substanz verstärkt nur Unschärfe. Erst Klarheit, dann Reichweite.




Fazit: Weniger schreien, mehr sein.


Marken, die 2026 wirken wollen, müssen nicht schreien. Sie müssen für etwas stehen. Und manchmal auch dagegen.


Natürlichkeit ist kein Stilmittel. Sie ist das Ergebnis von Klarheit, Substanz und Mut. Und sie entsteht nicht durch Anpassung, sondern durch Haltung.


Wenn du dieses Jahr nutzen willst, um genau daran zu arbeiten, dann ist jetzt ein guter Moment, damit zu beginnen. Nicht perfekt. Nicht fertig. Aber bewusst. Und das reicht oft schon, um den Unterschied zu machen.


 
 

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