Wie du deine Marke für die nächste Generation sexy machst?
- Paul Stolle

- 7. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Unternehmen spüren es längst: Die nächste Generation erwartet nicht nur solide Produkte — sondern Erlebnisse. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt. Wer heute als Marke relevant bleiben will, braucht daher mehr als ein schönes Design samt modernem Claim. Marken brauchen Haltung, Relevanz, Glaubwürdigkeit — und das ernsthafte Angebot, Zukunft zu gestalten.

Was unterscheidet Gen Z und Millennials von früheren Generationen?
Bevor wir darüber sprechen, wie du junge Menschen erreichst, lohnt sich ein Blick darauf, wie sie ticken und warum klassische Markenlogik hier nicht mehr greift.
Höheres Misstrauen gegenüber Werbung: Die Werbeflut hat ihre Wirkung verloren, hingegen steigt die Sensibilität für Greenwashing und leere Versprechen.
Aufgewachsen in Krisenzeiten: Klimakrise, Pandemie, Inflation — diese Generation hat früh gelernt, dass es keine Selbstverständlichkeiten gibt.
Digital Natives mit Zugang zu allem: Faktenchecks, Bewertungen, Communitys — Informationen sind immer nur einen Klick entfernt.
Werteorientierter Konsum: Die Kaufentscheidung ist oft politisch und bewusst. Marken, die für etwas stehen, bekommen den Zuschlag.
Das ist kein Trend. Das ist Realität. Und genau deshalb brauchen Marken heute Substanz statt Show. Junge Menschen suchen keine Arbeitgeber oder Brands mehr, die alles perfekt wissen. Sie suchen Resonanz.
Wer jungen Menschen auf Augenhöhe begegnet und echte Gestaltungsmöglichkeiten bietet, wird nicht nur gehört – sondern gewählt.
Was jungen Menschen wirklich wichtig ist
Junge Menschen erwarten von Unternehmen mehr als funktionierende Produkte oder gute Bezahlung. Sie suchen nach Sinn, Haltung und Identifikation. Wer als Marke relevant bleiben will, sollte verstehen, was ihnen wirklich wichtig ist.
1. Werte & Sinn
Junge Menschen wollen Unternehmen, die für etwas stehen. Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Diversität und Gemeinwohlorientierung sind für viele keine Extras, sondern Voraussetzungen.
2. Ehrlichkeit & Transparenz
Sie wollen wissen, was hinter den Kulissen passiert. Und sie merken schnell, wenn etwas nicht stimmt. Wer ehrlich kommuniziert, gewinnt Vertrauen.
3. Selbstbestimmung & Flexibilität
Klassische Hierarchien und starre Strukturen wirken abschreckend. Gefragt sind echte Mitgestaltung, Vertrauen und Raum für eigene Ideen.
4. Entwicklung & Sinnstiftung
Arbeit soll wachsen lassen. Unternehmen, die Weiterentwicklung fördern, Verantwortung übertragen und Sinn vermitteln, sind gefragt.
5. Diversität & Inklusion
Vielfalt ist kein Marketingthema, sondern Grundvoraussetzung. Wer hier glaubwürdig ist, wird als zukunftsfähig wahrgenommen.
Warum nachhaltige Marken im Vorteil sind
Nachhaltige Marken bringen viele dieser Erwartungen schon mit. Sie sind meist nicht erst durch äusseren Druck entstanden, sondern aus einer inneren Überzeugung gewachsen. Das macht sie glaubwürdiger, reflektierter und resilienter. Ihre Haltung zeigt sich nicht nur in der Kommunikation, sondern in Entscheidungen, Partnerschaften und im Alltag der Mitarbeitenden. Wer Nachhaltigkeit ernst meint, hat oft bereits viele der Eigenschaften verinnerlicht, die junge Menschen an modernen Arbeitgebern und Marken schätzen. Sie
stellen das Warum ins Zentrum,
kommunizieren offener,
zeigen Haltung in schwierigen Zeiten,
setzen auf langfristige Beziehungen statt kurzfristige Profite,
denken Innovation mit Verantwortung zusammen.
Nachhaltige Marken bieten mehr als ein Produkt – sie bieten ein Narrativ. Und genau das macht sie für junge Menschen so relevant.
Was deine Marke für die nächste Generation braucht
Es geht nicht darum, sofort alles umzukrempeln. Aber es geht darum, anzufangen und ehrlich hinzuschauen.
Was du hinterfragen solltest:
Kommunizieren wir Haltung oder reden wir nur darüber?
Können junge Mitarbeitende ehrlich sagen, was sie stört?
Haben wir Strukturen, die echte Beteiligung ermöglichen?
Was du anstossen kannst:
Launch einer Next-Gen-Initiative (z. B. Junior Boards, Praktikant:innen im Strategie-Call)
Workshops mit Azubis zur Markenidentität
Neue Feedbackformate und Storytelling über Alltag & Kultur
Mutige Positionierungen — auch wenn’s nicht allen gefällt
Zeig jungen Menschen: Du meinst es ernst. Du willst dazulernen, um gemeinsam zu wirken.
Wie du junge Menschen für deine Marke gewinnst
Du musst nicht alles perfekt machen. Aber du solltest anfangen. Frag nach, hör zu, bleib im Dialog. Die nächste Generation will nicht belehrt, sondern einbezogen werden. Es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern darum, bereit zu sein, gemeinsam zu lernen und sich zu entwickeln. Wenn du zuhörst, verstehst du, was deine Marke für die nächste Generation können sollte.
Sei klar in deiner Haltung: Sag, wofür du stehst. Und wofür nicht.
Schaff Raum zur Mitgestaltung: Lass Menschen mitreden, mitbauen, mitverändern.
Zeig deine Kultur: Was macht euch aus? Wie wird bei euch miteinander umgegangen?
Lebe Nachhaltigkeit im Alltag: Nicht nur in der Kommunikation, sondern im Tun.
Erzähl Geschichten: Zeig echte Menschen, echte Prozesse, echte Entscheidungen.
Nutze deine Marke als Basis
Wer junge Menschen erreichen will, braucht eine Markenstrategie, die Haltung nicht nur kenntlich macht, sondern lebt. Das beginnt bei der internen Markenarbeit, zieht sich durch Produktentwicklung und Employer Branding — und endet bei der Art, wie du dich in Krisenzeiten positionierst.
Mini-FAQ: Häufige Vorurteile im Umgang mit der jungen Generation
»Wir sind nicht cool genug für die Gen Z.«
Es geht nicht um cool. Es geht um Klarheit, Offenheit und Konsequenz.
»Wir haben nichts zu erzählen.«
Jede Marke hat Geschichten. Die Frage ist nur, ob du sie ehrlich teilst – und mit wem.
»Junge Leute wollen doch nur flexible Arbeitszeiten.«
Sie wollen vor allem Sinn, Mitgestaltung und eine Marke, die Verantwortung zeigt.
»Wir haben keine jungen Mitarbeitenden.«
Dann wird’s Zeit, deine Marke so zu gestalten, dass sie welche anzieht.



